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Mental Health 101: Was ist psychische Gesundheit jetzt nochmal genau..?

Aktualisiert: 1. Mai 2022

Fragt man 100 Leute, was psychische Gesundheit ist, bekommt man 100 Antworten. Viele werden vermutlich gar nicht erst antworten wollen, denn das Thema Psyche ist mit enorm viel Stigma, Unbehagen und Unsicherheit behaftet. Das will ich ändern! Und: Nichts hilft so gut gegen Unsicherheit als Daten, Fakten - und Humor.


In diesem Blogpost schauen wir uns also die Definition von psychischer Gesundheit an (ja- es gibt eine!) und ich erläutere, wie man diese verstehen und anwenden darf. Wie immer gibt es auch direkt pragmatische Handlungsimpulse, um das Thema für Sie nutzbar zu machen.


Was ist psychische Gesundheit?


Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gesundheit in Ihrer Satzung so:


„ein Zustand vollständigen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit oder Gebrechen.“


Hier is erstmal zu sagen, dass diese Definition ganz klar über die Abwesenheit von Krankheit hinausgeht. Es geht also nicht darum, ob wir zum Beispiel ein gebrochenes Bein haben, um uns ungesund nennen zu dürfen.


Diese Definition beinhaltet also auch die psychische und soziale Gesundheit, sowie den Begriff des Wohlbefindens. Das ist doch fantastisch: Das Wohlbefinden einer Person ist also ein essenzieller Bestandteil ihrer Gesundheit! Und zwar seelisches, psychisches und körperliches Wohlbefinden.


„ein Zustand des Wohlbefindens, in dem eine Person ihre Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv arbeiten und einen Beitrag zu ihrer Gemeinschaft leisten kann.“


In dieser Definition können wir drei wichtige Elemente psychischer Gesundheit wiederfinden: Handlungsfähigkeit, Belastbarkeit und Produktivität. Zudem befähigt gute psychische Gesundheit laut der Definition zu sozialer Teilhabe, sowie Leistungsfähigkeit.


Im Prinzip ist dies doch der Zustand einer guten Arbeitskraft – eine handlungsfähige, belastbare und produktive Person, die befähigt ist, sich sozial zu beteiligen und etwas beizutragen. Jemand der anpacken kann. Jemand, der sich wohlfühlt und dadurch aus dem Vollen schöpfen kann.


Psychische Gesundheit ist also ein Zustand, in dem wir uns wohl fühlen, in dem wir unsere Fähigkeiten optimal nutzen können und die Aufgaben des täglichen Lebens mit Leichtigkeit bewältigen - und zwar so gut, dass wir dabei produktiv sind und noch etwas zur Gesellschaft beitragen. Wie wunderbar, oder?


Arbeit ist wichtig für psychische Gesundheit


Laut der WHO und anderer Experten, zum Beispiel dem Aktionsbündnis für seelische Gesundheit, ist Arbeit prinzipiell sehr wichtig für unsere psychische Gesundheit. Arbeit schafft Struktur, Sinn, das Gefühl, gebraucht zu werden. Hier werden soziale Kontakte geknüpft und gepflegt. Wer arbeitet, hat eine Aufgabe in der Gesellschaft. Arbeit ist somit grundlegend förderlich für die Gesundheit – wenn wir sie auch gesundheitsfördernd gestalten.


Der Arbeitsplatz kann jedoch schnell zur Gesundheitsfalle werden, vor allem in einer so leistungsorientierten Gesellschaft wie der unseren. Deshalb ist es so wichtig, zu lernen, seine psychische Gesundheit gut einzuschätzen, seine Grenzen zu kennen und zu schützen sowie genau zu verstehen, wie man seine psychische Gesundheit stetig verbessern kann.


Psychische Belastungen bei der Arbeit


In den letzten Jahren beobachten wir einen Anstieg psychischer Erkrankungen in unserer Gesellschaft. Im Bezug auf den Arbeitsplatz ist hier oft die Rede von Burnout, Depressionen und Angststörungen.



Allgemein ist es wichtig zu betonen, dass psychische Belastungen immer ein Bestandteil der Arbeit sind. Grundlegend können sie sich auch positiv auswirken, zum Beispiel, indem sie zu Trainingseffekten oder einer erhöhten Motivation führen. Hohe Verantwortung beispielsweise birgt natürlich eine gewisse Belastung, aber kann auch dafür sorgen, dass sich die betreffende Person besonders wertgeschätzt und bedeutungsvoll für das Unternehmen fühlt.


Es kann durch psychische Belastungen aber auch zu negativen Effekten kommen und im schlimmsten Falle zu Erkrankungen. Auch beobachten wir bei psychisch überbelasteten Menschen eine Tendenz zu riskantem Verhalten und Substanzmissbrauch, zum Beispiel erhöhtem Alkoholkonsum.


Psychosoziale Fehlbelastungen können vielfältige Ursachen haben, die manchmal sehr schwer greifbar sind. Beispiele sind Mobbing oder andere Formen anhaltender persönlicher Konflikte, Schichtarbeit, ständiger Leistungsdruck, Überlastung, Präsentismus trotz Krankheit und die Angst, seinen Arbeitsplatz zu verlieren. All dies sind Elemente sogenannter prekärer Arbeitsbedingungen: Problematische Faktoren, die in der Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer entstehen und ein Risiko für die Mitarbeitergesundheit darstellen – insbesondere auch die psychosoziale Gesundheit. (Zum Thema prekäre Arbeit forsche ich seit bei Frau Prof. Dr. Ute Bültmann von der Universität Groningen.)


Was bedeutet psychische Gesundheit für Sie?


Wir haben jetzt eine Definition für psychische Gesundheit erarbeitet, Sie haben gelernt, was diese bedeutet und wie Arbeit in Relation zu psychischer Gesundheit steht. Nicht schlecht, oder?


Jetzt ist es mir noch wichtig, dass Sie diese Informationen direkt für sich umsetzen!


1. Definieren Sie psychische Gesundheit für sich selbst:


Nochmal zur Wiederholung: Psychische Gesundheit ist ein Zustand, in dem wir uns wohl fühlen, in dem wir unsere Fähigkeiten optimal nutzen können und die Aufgaben des täglichen Lebens mit Leichtigkeit bewältigen - und zwar so gut, dass wir dabei produktiv sind und noch etwas zur Gesellschaft beitragen. Um die Definition von psychischer Gesundheit greifbar zu machen, nehmen Sie sich ein Blatt Papier und beantworten Sie folgende Fragen:


1. Was sind Ihre Schlüsselfähigkeiten, die Sie für Ihre Aufgaben des täglichen Lebens benötigen?


Wenn Sie zum Beispiel als Fotografin arbeiten, könnten diese Empathie, Kreativität und technisches Knowhow rund um die Fotografie sein. Bei Eltern kommen sicherlich noch Organisationsfähigkeit und Geduld hinzu. Machen Sie es nicht zu kompliziert - fünf Fähigkeiten reichen aus.


2. Was braucht es, damit Sie diese Fähigkeiten optimal nutzen können?


Wann sind Sie also besonders kreativ? Was braucht es, damit Sie genügend Geduld für Ihre Kinder mitbringen? In welchen Momenten sind sie besonders organisiert und haben alles super im Griff? Überlegen Sie genau, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit Sie voll in Ihren Fähigkeiten aufgehen können.


3. Wie können Sie diese Bedingungen in Ihrem Alltag herstellen?


Vielleicht haben Sie festgestellt, dass Sie besonders gut kreativ arbeiten können, wenn Sie entspannt und ausgeschlafen sind. Dazu könnten 8 Stunden Schlaf und ein gesundes, leckeres Frühstück sicherlich beitragen! Überlegen Sie sich für jede Bedingung, wie Sie diese im Alltag schaffen können.


Denn nur wenn wir die Bedingungen stimmen, können wir auch wirklich unser Bestes geben! Das hat dann wiederum wunderbare Effekte auf unsere Produktivität:


Wir schaffen viel mehr in der gleichen Zeit, ohne am Ende total müde und ausgebrannt zu sein.


Wir fühlen uns abends erfüllt, entspannt und zufrieden.


Wir haben die nötige Muße und Energie, um uns unseren Liebsten zu widmen und schöne Momente zu erleben.


Sie werden sehen: Diese drei Fragen können unheimlich viel bewegen, wenn Sie sich darauf einlassen, die Antworten auch tatsächlich umzusetzen.


Helfen kann Ihnen dabei das Mental Stark Arbeiten Workbook, welches Sie für 0 Euro hier auf der Seite herunterladen können.


Ich wünsche Ihnen ganz viel Freude damit!


Ihre


Marlene A. Magerl

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